Editorial

Inhalte

Einweihung des «Zündhölzlipalastes»


Einweihung des «Zündhölzlipalastes»


Am 28. und 29. März 2025 durfte das Gymnasium Thun den ersten Neubau im Rahmen der Sanierung und Erweiterung des Schulareals Schadau mit einem grossen Fest eröffnen.

 

Text Marius Gränicher  

 

Hier leicht gekürzt die Begrüssungsrede von Rektor Marius Gränicher zur Einweihung des Neubaus mit dem Namen «Kanzen» mit Doppelsporthalle und Räumlichkeiten für das Bildnerische Gestalten (Comamala Ismael architectes, Delémont & Bienne). 

 

Sehr geehrter Herr Regierungsrat, sehr geehrter Herr Stadtpräsident 

Sehr geehrte Amts- und Abteilungsleitungen 

Werte Schulkommissionsmitglieder, geschätzte Nachbar:innen,  

Liebe Gäste 

 

Herzlich willkommen im neuen «Gebäude 4» des Gymnasiums Thun! 

 

«Thun ist schön! – Nur nichts tun ist schöner!» Sie kennen dieses Bonmot. Es wollen ja tatsächlich alle nach Thun: Fussballerinnen; Mittelschüler:innen – auch Architekt:innen.  

 

Im Herbst 2020 wurden über 30 Projekte für den Neubau mit Doppelsporthalle und Bildnerischem gestalten im Wettbewerbsverfahren eingereicht. Jedes Projekt trug einen mehr oder weniger originellen oder sinnigen Titel: Da gab es «ART.istik», «Kunst.Sprung», «Dazut(h)un» oder «Croque Monsieur». Gewonnen hat das Projekt «KANZEN» des Architekurbüros Comamala Ismail. 

 

KANZEN ist Japanisch und bedeutet so viel wie vollständig, vollendet oder perfekt. In der japanischen Lebensweise wird das Konzept von «Kanzen» oft angewendet, um einen Zustand anzustreben, in dem etwas in jeder Hinsicht perfekt ist und keine weiteren Verbesserungen oder Anpassungen erforderlich sind. – Ein recht hoher Anspruch, finden Sie?  

 

Nun, für uns als Schule ist erst einmal die neu entstandene Situation mit fünf Sporthallen in unmittelbarer Nähe tatsächlich perfekt. Man munkelt ja sogar, diese seien mit einem unterirdischen Gang verbunden. Und tatsächlich! Den gibt es! Es gibt aber natürlich noch ganz andere Highlights: Ergänzend zu den Sporthallen haben wir einen formidablen Kraftraum und einen kombinierten Fitness- und Tanzraum erhalten. Und vor allem haben wir im oberen Stockwerk wunderbare, multifunktional nutzbare Räumlichkeiten fürs Bildnerische Gestalten – mit fantastischer Aussicht auf Hodlers Alpen oder den Niesen von Klee.    

 

Sport und Bildende Kunst sind zwei wichtige Pfeiler der humanistischen Bildung. Ich finde es als Rektor deshalb besonders schön, dass diese beiden Bereiche nun unter einem Dach vereint sind. Der Aufenthaltsraum im Parterre wird von beiden Fachschaften genutzt. Das fördert die Zusammenarbeit. Interdisziplinarität ist im neuen kantonalen Lehrplan der Gymnasien, der im Moment erarbeitet wird, ein wichtiger Pfeiler. Hier kann sie gelebt werden: Ob es dann Actionpainting oder Schiessen auf getöpferte Tontauben ist, sei der Kreativität der Lehrpersonen überlassen. 

 

Eine gute Zusammenarbeit ist ja überhaupt Voraussetzung, wenn exzellente Resultate erzielt werden sollen. Diese hatten wir zum Glück beim Bauprojekt von Beginn weg: Mit der Bau- Verkehrs- und Energiedirektion, respektive dem Amt für Grundstück und Gebäude (AGG); der Bildungs- und Kulturdirektion, respektive dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA); dem Architektenteam und den Verantwortlichen auf der Baustelle. Und auf eine solche dürfen wir auch mit der Stadt Thun zählen; zum Beispiel, wenn es um Absprachen für die gemeinsame Nutzung der Sporthallen für Schüler:innen tagsüber und für die städtischen Vereine abends geht.  

 

Apropos Kanzen oder Croque Monsieur: Wir haben unsere Schüler:innen gefragt, was für eine Bezeichnung sie dem neuen Bauwerk geben. In der Sprache der Signaletik ist es eben ganz nüchtern das «Gebäude 4».  

 

Für unsere Schüler:innen ist es hingegen eine «Panorama-Holzschachtel» oder ein «bewegter Kreativitäts-Kubus»; lustig auch «Kapplaus», eine Wortschöpfung aus Kappla – den Holzklötzchen – und Applaus. Und ich habe auch schon die schöne Bezeichnung von den «sportlich-künstlerischen Seychellen» gehört. Eben ein besonderes, aber etwas peripher gelegenes, geografisches oder eben architektonisches Schmuckstück. 

 

Ich war vor kurzem selber in Japan; und ich kann als Bildungsverantwortlicher dem Konzept KANZEN durchaus etwas abgewinnen. Als Berner, der unter adneren mit Mani Matter im Kindergarten sozialisiert wurde, hat mir aber eine andere Bezeichnung einer Schülerin besonders gefallen: Sie besucht seit kurzem den Sport- und BG-Unterricht im «Zündhölzlipalast». 

 

Als Palastbewohnende geht unser Dank ans AGG, ans Architektenteam, an die Bauleitung und an alle Handwerker:innen, die mitgeholfen haben, mit dem Zündhölzlipalast heute ein wunderbares Schmuckstück einweihen zu können. Ein besonderer Dank geht an Christian Ingold, Projektleiter des AGG und an meinen Vize, Josef Stirnimann. Die beiden haben gewährleistet – und tun das zusammen mit dem Architektenteam noch immer – dass wir uns beim Zundhölzlipalast dem Zustand von Kanzen immer mehr annähern.  

 

Vielleicht ist noch nicht ganz alles perfekt. «Freude herrscht!» aber trotzdem jetzt schon; womit wir auch punkto Emotionen endgültig im Berner Oberland angekommen sind.  

 

Ich danke allen Palast-Bauenden und wünsche Ihnen, liebe Gäste, eine schöne Feier. 

 

Weitere Bilder der Neubauten am Standort Schadau finden Sie auf unserer Webseite unter «Bauprojekte Gymnasium». 

 

 

 
 
 
 
 

1

Abschlussklassen

Verabschiedungen

Archiv

Einweihung des «Zündhölzlipalastes»


Am 28. und 29. März 2025 durfte das Gymnasium Thun den ersten Neubau im Rahmen der Sanierung und Erweiterung des Schulareals Schadau mit einem grossen Fest eröffnen.

 

Text Marius Gränicher  

 

Hier leicht gekürzt die Begrüssungsrede von Rektor Marius Gränicher zur Einweihung des Neubaus mit dem Namen «Kanzen» mit Doppelsporthalle und Räumlichkeiten für das Bildnerische Gestalten (Comamala Ismael architectes, Delémont & Bienne). 

 

Sehr geehrter Herr Regierungsrat, sehr geehrter Herr Stadtpräsident 

Sehr geehrte Amts- und Abteilungsleitungen 

Werte Schulkommissionsmitglieder, geschätzte Nachbar:innen,  

Liebe Gäste 

 

Herzlich willkommen im neuen «Gebäude 4» des Gymnasiums Thun! 

 

«Thun ist schön! – Nur nichts tun ist schöner!» Sie kennen dieses Bonmot. Es wollen ja tatsächlich alle nach Thun: Fussballerinnen; Mittelschüler:innen – auch Architekt:innen.  

 

Im Herbst 2020 wurden über 30 Projekte für den Neubau mit Doppelsporthalle und Bildnerischem gestalten im Wettbewerbsverfahren eingereicht. Jedes Projekt trug einen mehr oder weniger originellen oder sinnigen Titel: Da gab es «ART.istik», «Kunst.Sprung», «Dazut(h)un» oder «Croque Monsieur». Gewonnen hat das Projekt «KANZEN» des Architekurbüros Comamala Ismail. 

 

KANZEN ist Japanisch und bedeutet so viel wie vollständig, vollendet oder perfekt. In der japanischen Lebensweise wird das Konzept von «Kanzen» oft angewendet, um einen Zustand anzustreben, in dem etwas in jeder Hinsicht perfekt ist und keine weiteren Verbesserungen oder Anpassungen erforderlich sind. – Ein recht hoher Anspruch, finden Sie?  

 

Nun, für uns als Schule ist erst einmal die neu entstandene Situation mit fünf Sporthallen in unmittelbarer Nähe tatsächlich perfekt. Man munkelt ja sogar, diese seien mit einem unterirdischen Gang verbunden. Und tatsächlich! Den gibt es! Es gibt aber natürlich noch ganz andere Highlights: Ergänzend zu den Sporthallen haben wir einen formidablen Kraftraum und einen kombinierten Fitness- und Tanzraum erhalten. Und vor allem haben wir im oberen Stockwerk wunderbare, multifunktional nutzbare Räumlichkeiten fürs Bildnerische Gestalten – mit fantastischer Aussicht auf Hodlers Alpen oder den Niesen von Klee.    

 

Sport und Bildende Kunst sind zwei wichtige Pfeiler der humanistischen Bildung. Ich finde es als Rektor deshalb besonders schön, dass diese beiden Bereiche nun unter einem Dach vereint sind. Der Aufenthaltsraum im Parterre wird von beiden Fachschaften genutzt. Das fördert die Zusammenarbeit. Interdisziplinarität ist im neuen kantonalen Lehrplan der Gymnasien, der im Moment erarbeitet wird, ein wichtiger Pfeiler. Hier kann sie gelebt werden: Ob es dann Actionpainting oder Schiessen auf getöpferte Tontauben ist, sei der Kreativität der Lehrpersonen überlassen. 

 

Eine gute Zusammenarbeit ist ja überhaupt Voraussetzung, wenn exzellente Resultate erzielt werden sollen. Diese hatten wir zum Glück beim Bauprojekt von Beginn weg: Mit der Bau- Verkehrs- und Energiedirektion, respektive dem Amt für Grundstück und Gebäude (AGG); der Bildungs- und Kulturdirektion, respektive dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA); dem Architektenteam und den Verantwortlichen auf der Baustelle. Und auf eine solche dürfen wir auch mit der Stadt Thun zählen; zum Beispiel, wenn es um Absprachen für die gemeinsame Nutzung der Sporthallen für Schüler:innen tagsüber und für die städtischen Vereine abends geht.  

 

Apropos Kanzen oder Croque Monsieur: Wir haben unsere Schüler:innen gefragt, was für eine Bezeichnung sie dem neuen Bauwerk geben. In der Sprache der Signaletik ist es eben ganz nüchtern das «Gebäude 4».  

 

Für unsere Schüler:innen ist es hingegen eine «Panorama-Holzschachtel» oder ein «bewegter Kreativitäts-Kubus»; lustig auch «Kapplaus», eine Wortschöpfung aus Kappla – den Holzklötzchen – und Applaus. Und ich habe auch schon die schöne Bezeichnung von den «sportlich-künstlerischen Seychellen» gehört. Eben ein besonderes, aber etwas peripher gelegenes, geografisches oder eben architektonisches Schmuckstück. 

 

Ich war vor kurzem selber in Japan; und ich kann als Bildungsverantwortlicher dem Konzept KANZEN durchaus etwas abgewinnen. Als Berner, der unter adneren mit Mani Matter im Kindergarten sozialisiert wurde, hat mir aber eine andere Bezeichnung einer Schülerin besonders gefallen: Sie besucht seit kurzem den Sport- und BG-Unterricht im «Zündhölzlipalast». 

 

Als Palastbewohnende geht unser Dank ans AGG, ans Architektenteam, an die Bauleitung und an alle Handwerker:innen, die mitgeholfen haben, mit dem Zündhölzlipalast heute ein wunderbares Schmuckstück einweihen zu können. Ein besonderer Dank geht an Christian Ingold, Projektleiter des AGG und an meinen Vize, Josef Stirnimann. Die beiden haben gewährleistet – und tun das zusammen mit dem Architektenteam noch immer – dass wir uns beim Zundhölzlipalast dem Zustand von Kanzen immer mehr annähern.  

 

Vielleicht ist noch nicht ganz alles perfekt. «Freude herrscht!» aber trotzdem jetzt schon; womit wir auch punkto Emotionen endgültig im Berner Oberland angekommen sind.  

 

Ich danke allen Palast-Bauenden und wünsche Ihnen, liebe Gäste, eine schöne Feier. 

 

Weitere Bilder der Neubauten am Standort Schadau finden Sie auf unserer Webseite unter «Bauprojekte Gymnasium». 

 

 

 
 
 
 
 

Top