Im Rahmen des Schwerpunktfachs Wirtschaft und Recht besuchte eine Klasse die italienische Hafenmetropole Genua.
Text und Foto Jeremy Weber (27gR)
«Es geht mir gut». Das war der Satz der Woche. Er fiel immer wieder: am Strand, am Bahnhof, im Zug – selbst in Momenten, in denen das Leben gerade sehr wellenartig war. Und genau so war unsere Woche in Genua: bewegend, unvorhersehbar und lehrreich.
Schon am ersten Abend durften wir das Thema «Vertragsrecht» live erleben: Die Klimaanlage im Hotel war defekt. Was also tun? Das Hotel bot uns als Entschädigung ein Ausweichquartier inklusive Frühstück an. Doch es kam noch besser: Wegen einer Kakerlake in einem der Zimmer (wir nennen sie «Klara die Krabbe»), gab es ein zweites Frühstück. Diesmal mit Spumante und Lachsbrötchen. Ein hervorragendes Beispiel für gelebte Kundenbindung.
Am nächsten Tag stand das Aquarium von Genua auf dem Programm. Es war beeindruckend, aber auch bedrückend: Delfine, Rochen oder Haie in sehr engen Becken. Dabei kam die Frage auf, wie solche Tierhaltung in der Schweiz geregelt wäre. Tatsächlich gilt hier ein besonderer rechtlicher Status: Gemäss Artikel 641a ZGB sind Tiere keine Sachen, aber auch keine Rechtssubjekte, da nur natürliche und juristische Personen Träger von Rechten sein können. Das Tierschutzgesetz (Art. 4 TSchG) verlangt jedoch, dass niemand einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt oder seine Würde missachtet. Die Tierschutzverordnung legt zudem Mindeststandards zur Haltung, Gehegegrösse, Auslauf oder Beschäftigung fest. Ob das Aquarium in Genua solchen Standards gerecht würde, ist zumindest fraglich.
Auch in der Stadt selbst prallten Welten aufeinander: Oben die Oberstadt mit dem Palazzo Ducale, glänzende Marmorböden, Boutiquen mit Designermode, Hotels mit Portier und Parkservice. Unten im Hafenviertel dagegen: Menschen, die auf dem Gehsteig sitzen und um Essen und Geld bitten, provisorische Verkaufsstände mit Ramschware, flackerndes Neonlicht, improvisierte Gassenküchen. Die Armut war nicht nur sichtbar, sie war spürbar. Der Kontrast zwischen Glanz und Elend war so scharf, dass er unter die Haut ging.
Im Unterrichtsteil setzten wir uns mit SWOT-Analysen auseinander: Wir analysierten einen Glacestand in Bezug auf Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren, verglichen Tourismusangebote und diskutierten wirtschaftliche Erfolgsfaktoren von Museen. Am freien Nachmittag gingen wir ans Meer. Genau dort wurde uns klar: Lernen funktioniert am besten, wenn es an echte Erfahrungen anknüpft.





















































