Editorial

Hard- und Software für eine positiven Lernumgebung


Hard- und Software für eine positiven Lernumgebung


Text Marius Gränicher, Rektor

Beitragsbild Jana Schneeberger und Lya Baumann

 

Liebe Leser:in 

 

Was macht eine Schule zu einem positiven, nachhaltigen Lernort?  

 

Ist es die physische Umgebung eine moderne Infrastruktur, funktionale und ästhetisch ansprechende Unterrichtszimmer oder sind es vielmehr die Kultur, die Atmosphäre oder das Klima, die in ihr herrschen?  

 

Es mag wohl beides sein. Die physische Umgebung, quasi die Hardware, und das soziale und emotionale Umfeld, die Software, sind beide mitentscheidend für das Gelingen guten Unterrichts; und sie beeinflussen sich gegenseitig. Am wichtigsten aber ist der Mensch; sind die Schüler:innen, die Lehrpersonen, die Mitarbeitenden. Ihnen soll es wohl an der Schule sein, und zwar dank Soft- und Hardware.  

 

Das Gymnasium Thun mit seiner Fachmittelschule ist diesbezüglich in einer besonders spannenden Entwicklungsphase. 2014 wurden die beiden Thuner Gymnasien Schadau und Seefeld organisatorisch zum Gymnasium Thun zusammengelegt. 2018 hat der Kanton entschieden, das gesamte Gymnasium Thun inklusive Fachmittelschule am Standort Schadau zu konzentrieren und die Liegenschaften im Seefeld anderweitig zu nutzen oder zu verkaufen. Einen Bericht von Niklaus Schefer zur Genese und zum Hintergrund der Fusion finden Sie in dieser Ausgabe des JahrAus.  

 

Seit 2023 werden nun die baulichen Grundlagen geschaffen, um 2027 die räumliche Zusammenführung in der Schadau umzusetzen. Sichtbar ist das von aussen in erster Linie an den Bautätigkeiten. Die neue Hardware der Schule nimmt sukzessive Gestalt an. Im März 2024 konnte mit der Doppelsporthalle der erste Neubau mit integrierten Räumlichkeiten für das Bildnerische Gestalten eingeweiht werden. Auch dazu finden Sie einen Bericht mit Bildern in diesem JahrAus. Ein weiterer Meilenstein war schliesslich im August dieses Jahres die Inbetriebnahme der sogenannten «Erweiterung Ost», einem grossen Neubau mit zwei Flügelbauten mit je zwei Stockwerken und einer grossen Aula im Erdgeschoss. In den kommenden Monaten wird schliesslich das Hauptgebäude aus dem Jahre 1978 totalsaniert und um ein zusätzliches Annexgebäude, der «Erweiterung Nord», erweitert Das Gymnasium Thun erhält so praktisch eine komplett neue Hardware mit modernen Unterrichtszimmern, Spezialräumen, einer Aula für maximal 400 Personen und einem verdichteten, neu gestalteten Aussenraum. Die Hoffnung ist durchaus berechtigt, dass sich die hellen, gut belüfteten und flexibel gestaltbaren Räume positiv auf die Konzentration und Motivation der Schüler:innen auswirken. Die modernen, neuen Spezialräume (Labore, Werkstätten, Kunsträume) sollen das praktische Lernen und die Entfaltung von Talenten fördern. Gruppen- und Aufenthaltsräume sollen zusammen mit der Mediothek Orte der Ruhe, des Zugangs zu Wissen und der individuellen Förderung sein und werden. Ergänzend übernehmen Pausenbereiche in und ausserhalb der Gebäude zusammen mit den neuen Sportanlagen die Rolle von Erholungs- und Bewegungsräumen für die körperliche und geistige Gesundheit. Für das Wohlbefinden genauso wichtig ist das Angebot des Bistros. Das Bistro, verschiedenen Foyers und Aufenthaltsräume sind auch Treffpunkte, die den sozialen Austausch stärken sollen.  

 

Erste Rückmeldungen der Schüler:innen stimmen uns positiv. Die neuen Räumlichkeiten werden geschätzt, und es ist spannend zu sehen, wie diese zum Teil bereits nach kurzer Zeit kreativ belebt und (um-)genutzt werden. Noch bleibt Zeit für Optimierungen und Änderungen, bevor das Schulgelände mit seinen (Neu-)Bauten ab 2027 von einer doppelt so grossen Schülerschaft genutzt wird. Wir blicken diesem Moment gespannt, mit Vorfreude aber durchaus auch mit etwas Respekt entgegen.   

 

 

Und die Software? 

Neue Unterrichtsräume – mögen sie noch so gut belüftet und temperiert sein – garantieren noch kein positives Lernklima. Dazu bedarf es einer pädagogischen Kultur, bei welcher insbesondere die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Schülerschaft im Zentrum steht. Respekt, Vertrauen und Wertschätzung sind wichtige Faktoren für eine positive Lernumgebung. Wir entnehmen aus den Rückmeldungen unserer Schüler:innen, dass wir hierbei nicht so schlecht unterwegs sind. Bei den standardisierten Feedbacks, welche wir jährlich durchführen, schneidet der Bereich «Schulkultur» regelmässig am besten ab.  

 

Moderne Unterrichtsräume bleiben aber Hüllen, wenn sie nicht mit innovativen Lernmethoden, Kreativität unterschiedlicher Art und mit individueller Förderung gefüllt werden. Unsere Lehrpersonen besuchen regelmässig interne und externe Weiterbildungen, und der Austausch im Kollegium, in Fachschaften, Arbeits- oder Projektgruppen wird gefördert. Gerade bei grossen pädagogischen Entwicklungsthemen (sogenannten «Megatrends»), wie der Heterogenität der Schülerschaft oder dem digitalen Wandel ist es wichtig, dass man sich als Schule auf gemeinsame Ziele und Werte einigt. Wie vielfältig und bunt der Unterricht an unserer Schule ist, zeigt das vorliegende JahrAus in Bild, Text und Ton eindrücklich.  

 

Auch die Partizipation der Schüler:innen – zum Beispiel im Schüler:innenrat – erhöht die Selbstwirksamkeit und damit die Lernmotivation. Im Schuljahr 2024/26 wurden wiederum einige Ideen und Veranstaltungen vom Rat geplant und umgesetzt. Schüler:innen-Ball, Bücherbörse, Schachturnier, Filmabend, Teilnahme und Mitarbeit bei diversen Vernehmlassungen usw.  

 

Eine positive Schulkultur braucht auch Rituale, Traditionen und Veranstaltungen, welche das Gemeinschaftsgefühl stärken. Dazu gehören unter vielem anderen Schuljahreseröffnung, Maturawoche mit «Matura-Streich» oder auch die vielen Sonderwochen oder Sondertage. Einblicke in solche Momente finden Sie im JahrAus, Ausgabe 24/25. 

 

Wir sind uns der Wechselwirkungen zwischen Hardware und Software bewusst. Genauso wie ein engagiertes Kollegium aber auch in älteren Gebäuden eine inspirierende Atmosphäre schaffen kann, sind moderne Schulgebäude noch kein Garant für eine optimale Lern- und Lebenswelt unserer Schüler:innen. Die physische Baustelle am Standort Schadau wird voraussichtlich 2027 abgeschlossen sein. Unsere Schule als lernende und sich ständig wandelnde Institution muss und will bei der Software aber agil bleiben und sich ständig weiterentwickeln. Auch hier gilt: Stillstand ist Rückschritt! 

 

Danke, dass Sie das Geschehen an unserer Schule – ob bei der Hardware, bei der Software oder bei beidem – aktiv mitverfolgen und mit Hilfe des vorliegenden Rückblickes auf das Schuljahr 2024/25 einen Einblick in das vergangene Schulgesehen nehmen. Ich wünsche Ihnen beim Eintauchen ins JahrAus 2024/25 viel Vergnügen.  

 

 

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Hard- und Software für eine positiven Lernumgebung


Text Marius Gränicher, Rektor

Beitragsbild Jana Schneeberger und Lya Baumann

 

Liebe Leser:in 

 

Was macht eine Schule zu einem positiven, nachhaltigen Lernort?  

 

Ist es die physische Umgebung eine moderne Infrastruktur, funktionale und ästhetisch ansprechende Unterrichtszimmer oder sind es vielmehr die Kultur, die Atmosphäre oder das Klima, die in ihr herrschen?  

 

Es mag wohl beides sein. Die physische Umgebung, quasi die Hardware, und das soziale und emotionale Umfeld, die Software, sind beide mitentscheidend für das Gelingen guten Unterrichts; und sie beeinflussen sich gegenseitig. Am wichtigsten aber ist der Mensch; sind die Schüler:innen, die Lehrpersonen, die Mitarbeitenden. Ihnen soll es wohl an der Schule sein, und zwar dank Soft- und Hardware.  

 

Das Gymnasium Thun mit seiner Fachmittelschule ist diesbezüglich in einer besonders spannenden Entwicklungsphase. 2014 wurden die beiden Thuner Gymnasien Schadau und Seefeld organisatorisch zum Gymnasium Thun zusammengelegt. 2018 hat der Kanton entschieden, das gesamte Gymnasium Thun inklusive Fachmittelschule am Standort Schadau zu konzentrieren und die Liegenschaften im Seefeld anderweitig zu nutzen oder zu verkaufen. Einen Bericht von Niklaus Schefer zur Genese und zum Hintergrund der Fusion finden Sie in dieser Ausgabe des JahrAus.  

 

Seit 2023 werden nun die baulichen Grundlagen geschaffen, um 2027 die räumliche Zusammenführung in der Schadau umzusetzen. Sichtbar ist das von aussen in erster Linie an den Bautätigkeiten. Die neue Hardware der Schule nimmt sukzessive Gestalt an. Im März 2024 konnte mit der Doppelsporthalle der erste Neubau mit integrierten Räumlichkeiten für das Bildnerische Gestalten eingeweiht werden. Auch dazu finden Sie einen Bericht mit Bildern in diesem JahrAus. Ein weiterer Meilenstein war schliesslich im August dieses Jahres die Inbetriebnahme der sogenannten «Erweiterung Ost», einem grossen Neubau mit zwei Flügelbauten mit je zwei Stockwerken und einer grossen Aula im Erdgeschoss. In den kommenden Monaten wird schliesslich das Hauptgebäude aus dem Jahre 1978 totalsaniert und um ein zusätzliches Annexgebäude, der «Erweiterung Nord», erweitert Das Gymnasium Thun erhält so praktisch eine komplett neue Hardware mit modernen Unterrichtszimmern, Spezialräumen, einer Aula für maximal 400 Personen und einem verdichteten, neu gestalteten Aussenraum. Die Hoffnung ist durchaus berechtigt, dass sich die hellen, gut belüfteten und flexibel gestaltbaren Räume positiv auf die Konzentration und Motivation der Schüler:innen auswirken. Die modernen, neuen Spezialräume (Labore, Werkstätten, Kunsträume) sollen das praktische Lernen und die Entfaltung von Talenten fördern. Gruppen- und Aufenthaltsräume sollen zusammen mit der Mediothek Orte der Ruhe, des Zugangs zu Wissen und der individuellen Förderung sein und werden. Ergänzend übernehmen Pausenbereiche in und ausserhalb der Gebäude zusammen mit den neuen Sportanlagen die Rolle von Erholungs- und Bewegungsräumen für die körperliche und geistige Gesundheit. Für das Wohlbefinden genauso wichtig ist das Angebot des Bistros. Das Bistro, verschiedenen Foyers und Aufenthaltsräume sind auch Treffpunkte, die den sozialen Austausch stärken sollen.  

 

Erste Rückmeldungen der Schüler:innen stimmen uns positiv. Die neuen Räumlichkeiten werden geschätzt, und es ist spannend zu sehen, wie diese zum Teil bereits nach kurzer Zeit kreativ belebt und (um-)genutzt werden. Noch bleibt Zeit für Optimierungen und Änderungen, bevor das Schulgelände mit seinen (Neu-)Bauten ab 2027 von einer doppelt so grossen Schülerschaft genutzt wird. Wir blicken diesem Moment gespannt, mit Vorfreude aber durchaus auch mit etwas Respekt entgegen.   

 

 

Und die Software? 

Neue Unterrichtsräume – mögen sie noch so gut belüftet und temperiert sein – garantieren noch kein positives Lernklima. Dazu bedarf es einer pädagogischen Kultur, bei welcher insbesondere die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Schülerschaft im Zentrum steht. Respekt, Vertrauen und Wertschätzung sind wichtige Faktoren für eine positive Lernumgebung. Wir entnehmen aus den Rückmeldungen unserer Schüler:innen, dass wir hierbei nicht so schlecht unterwegs sind. Bei den standardisierten Feedbacks, welche wir jährlich durchführen, schneidet der Bereich «Schulkultur» regelmässig am besten ab.  

 

Moderne Unterrichtsräume bleiben aber Hüllen, wenn sie nicht mit innovativen Lernmethoden, Kreativität unterschiedlicher Art und mit individueller Förderung gefüllt werden. Unsere Lehrpersonen besuchen regelmässig interne und externe Weiterbildungen, und der Austausch im Kollegium, in Fachschaften, Arbeits- oder Projektgruppen wird gefördert. Gerade bei grossen pädagogischen Entwicklungsthemen (sogenannten «Megatrends»), wie der Heterogenität der Schülerschaft oder dem digitalen Wandel ist es wichtig, dass man sich als Schule auf gemeinsame Ziele und Werte einigt. Wie vielfältig und bunt der Unterricht an unserer Schule ist, zeigt das vorliegende JahrAus in Bild, Text und Ton eindrücklich.  

 

Auch die Partizipation der Schüler:innen – zum Beispiel im Schüler:innenrat – erhöht die Selbstwirksamkeit und damit die Lernmotivation. Im Schuljahr 2024/26 wurden wiederum einige Ideen und Veranstaltungen vom Rat geplant und umgesetzt. Schüler:innen-Ball, Bücherbörse, Schachturnier, Filmabend, Teilnahme und Mitarbeit bei diversen Vernehmlassungen usw.  

 

Eine positive Schulkultur braucht auch Rituale, Traditionen und Veranstaltungen, welche das Gemeinschaftsgefühl stärken. Dazu gehören unter vielem anderen Schuljahreseröffnung, Maturawoche mit «Matura-Streich» oder auch die vielen Sonderwochen oder Sondertage. Einblicke in solche Momente finden Sie im JahrAus, Ausgabe 24/25. 

 

Wir sind uns der Wechselwirkungen zwischen Hardware und Software bewusst. Genauso wie ein engagiertes Kollegium aber auch in älteren Gebäuden eine inspirierende Atmosphäre schaffen kann, sind moderne Schulgebäude noch kein Garant für eine optimale Lern- und Lebenswelt unserer Schüler:innen. Die physische Baustelle am Standort Schadau wird voraussichtlich 2027 abgeschlossen sein. Unsere Schule als lernende und sich ständig wandelnde Institution muss und will bei der Software aber agil bleiben und sich ständig weiterentwickeln. Auch hier gilt: Stillstand ist Rückschritt! 

 

Danke, dass Sie das Geschehen an unserer Schule – ob bei der Hardware, bei der Software oder bei beidem – aktiv mitverfolgen und mit Hilfe des vorliegenden Rückblickes auf das Schuljahr 2024/25 einen Einblick in das vergangene Schulgesehen nehmen. Ich wünsche Ihnen beim Eintauchen ins JahrAus 2024/25 viel Vergnügen.  

 

 

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